1. Trimester – zwischen Freude und Panik

Das erste Trimester ist bereits um. Die meisten sagten zu mir „du wirst bald denken: huch, das ging aber schnell rum!“ Doch ehrlich gesagt kamen mir die ersten 12 Wochen wie zäher Kaugummi vor. Man erfährt ja erst in der 4. oder 5. SSW von seiner Schwangerschaft, da könnte man meinen ist es nicht mehr weit bis zur 12. Woche, doch wenn man zwischen Freude und Panik hin und her schwebt ist es doch echt ne lange Zeit.

Ich erfuhr zwei Tage vor meiner Periode, dass ich schwanger bin. Da hatte ich schon zum ersten Mal Angst. Was wenn die Periode trotzdem kommt? Also Ball flachhalten und die erste kleine Hürde meistern. Meine Tage kamen also nicht und ich spührte einen kleinen Funken Freude. Aber was wenn alles nochmal so passiert wie letzes Mal im September? Überstehen wir das? Kann ich das nochmals aushalten?
Ich rief also bei meiner Gynäkologin in der Praxis an und fragte wie wir dieses Mal vorgehen. Sie baten mich wegen der vorherigen Fehlgeburt früher vorbei zu kommen und so bekam ich einen Termin in der 7. SSW (6. + 0). So hiess es warten bis zum Termin, meine zweite Hürde. Am Tag des Untersuchs war mir übel vor Aufregung und ich versuchte mich im Wartezimmer darauf vorzubereiten, dass Sie mir sagen würde, dass sie leider keinen Herschlag sieht. Zu allem Übel durfte mein Mann auf Grund von Corona nicht dabei sein. Ich wurde also aufgerufen und nach einem kurzen Gespräch sahen wir nach, ob sich das Kügelchen schön eingenistet hatte und ob sogar ein Herzschlag zu sehen war.

Und da war es!!! Mit sehr kräftigem Herzschlag!
Ich dachte immer ich würde in Tränen ausbrechen. Doch nichts. Alle meine Fragen, die ich hatte, hatte ich vergessen und nach kurzer Freude kam die Panik. Wenn da ein Herzschlag ist, dann wird der Verlust noch grösser. Ich konnte dann noch noch meine Fragen stellen und mir wurde gesagt, dass es sich um einen Fötus handelt. Zum Schluss wurden mir alle möglichen Tests noch vorgestellt und diverse Unterlagen zum zuhause lesen mitgegeben. Ich verliess die Praxis und hatte die Bestätigung, dass ich tatsächlich schwanger bin.

In den folgenden Tagen versuchte ich mir Mut zu zusprechen und immer wenn Panik aufkam bat ich darum, egal was passiert uns die Kraft zu geben die Situation zu meistern.

Genau eine Woche nach dem Termin bekam ich morgens leichte Schmierblutungen!
Ich war erstaunlich ruhig. Ich hatte mich ja zu 50% schon innerlich darauf vorbereitet, nochmals einen Verlust durchzumachen. Ich rief erneut in der Praxis an und sie meinte das es harmlos sein könne, jedoch aber auf ein beginnender Abort. Ich sollt doch bitte morgen vorbei kommen. Also ging ich in der 8. SSW bei 7 + 1 nochmals vorbei. Im Wartezimmer die gleichen Gedanken wie die Woche davor.
Die Ärztin machte also einen Ultraschall und da war es und auch der Herzschlag war noch zu sehen! Es ist schon gewachsen! Nach nur einer Woche! WOW!
Sie suchte nach dem Grund der Blutung, aber nichts war zu sehen. Muttermund war gut geschlossen. Kein Grund zur Sorge!

„Nur“ noch 4 Wochen bis zur 12. SSW. Mit jeder Woche wurden die Panikmomente weniger und bei Ziehen im Unterbauch, versuchte ich mich zu entspannen und auszuruhen und mir zu sagen, dass es wohl nur die Gebährmutter sei, welche Platz macht für die Hummel. In der 10. SSW ging ich nochmals zum geplanten US und es war immernoch alles gut. Es war wieder gewachsen und man sah schon Kopf und das Bäuchlein. Auch die Hände waren zu sehen. Sogar die einzelnen kleinen Finger! Das ganze wurde immer realer! Zum Glück verabschiedete sich auch die tägliche Übelkeit in der 10. SSW. Doch so paradox es klingt, die Übelkeit und die Müdigkeit waren meine sicheren Momente, in denen ich mir sagen konnte: Siehst du alles noch okay dir ist ja übel!

Dann kam endlich der Tag an dem auch mein Mann zum ersten Mal zum US mitkommen konnte. In der 13. Woche bei 12. + 0 stand der 1. Trimestertest an. Wir hatten uns bewusst für den vorherigen NIP Test entschieden, da für uns eine Abtreibung sowieso nicht in Frage kam. Dennoch hofften wir natürlich auf ein gesundes Kind. Klar, es kann noch so viel passieren, trotzdem wünscht man sich keine Auffälligkeiten zu entdecken. Ich hatte mehr Angst davor, keinen Herzschlag zu sehen als eine Nackenfalte, welche eine Auffälligkeit aufweist. Aber das Herz schlug kräftig und das Baby bewegte sich schön. Es zeigte uns sein Gesicht von vorne und deine Arme und Beine – alles da. Doch brauchten wir für die Nackenfalte ja das Seitenprofil. Nach kurzem ruckeln und wackeln hatte es die Position geändert und wir konnten den Nacken gut sehen. 1,4mm! Perfekt! (Alles über 2,5mm ist verdächtig!) nach 4 Tagen bekamen wir den Anruf das auch die Blutwerte gut aussehen. Wahrscheinlichkeit auf Trisomie 21 liegt bei 1:4’700 und die Wahrscheinlichkeit auf Trisomie 13/18 bei 1:40’000. Tolle Nachrichten!

In der 13. SSW kam auch mein Fetal Doppler an, welchen ich direkt ausprobierte! Toll wir konnten den Herzschlag unseres Babys sogar hören!

Meine Angst wird immer weniger und wenn sie zu gross wird nehme ich den Doppler zu Hand und vergewissere mich, das noch alles gut ist.

Ich habe auch noch ein Youtube Video über unser 1. Trimester gemacht, in dem ich noch etwas genauer auf gewisse Themen eingegangen bin. Diese Woche kommt das neue Video online mit den Reaktionen unserer Freunde auf die Schwangerschaft. Schaut doch mal auf meinem Kanal vorbei!

Ich wünsche euch allen einen wundervollen Tag!
Wir freuen uns auf die gemeinsame Reise!

xoxo, eure Solvejg

Photo by Alisa Anton on Unsplash

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