Wenn Freunde dich meiden …

In den letzten 8 Monaten kam ich mehrfach in die Situation, in der ich merkte das Freunde mich vor lauter schlechtem Gewissen meiden.

Zu Beginn, direkt nach meiner Fehlgeburt, war es nicht für alle einfach mit mir umzugehe. Ich habe extrem gelitten und war nicht wirklich eine gute Unterhaltungspartnerin. Jedoch brauchte ich die Gespräche und kommunizierte das offen. Manche konnten damit gut umgehen andere wussten trotzdem nicht was sie mit mir sprechen sollten.

Nach einigen Wochen, hatte ich mich wieder etwas beruhigt und auch die Gespräche wurden wieder normaler. Meinte ich zumindest . . .

Von manchen Freundinnen hörte ich immer weniger und als ich das bemerkte dachte ich es liege an mir und daran, dass ich so eine schlechte, langweilige Zeitgenossin gewesen war. Als ich also eine Freundin antextete und sie fragte was bei ihr so abgeht und das es schade sei, dass wir uns nicht mehr hören schrieb sie mir nach 10 minütigem hin und her das sie schwanger sei. Ich freute mich echt für sie, aber als sie mir dann sagte, dass sie im 8 Monat ist war ich echt enttäuscht! Sie sagte mir, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte und um so mehr ihre Schwangerschaft fortschritt wuchs ihre Angst es mir zu sagen. Natürlich, sie wollte mich nicht verletzen. Aber „angelogen“ zu werden verletzte mich fast mehr.

Wieso ist das so? Wie hätte ich reagiert? Warum schämen wir Menschen uns, wenn es uns gut geht und anderen nicht? Wieso sind wir eifersüchtig?

Auch eine andere Freundin sagte nach etwas Funkstille zu mir: „weisst du ich wollte dir nicht zur Last fallen und dich verletzten, weil ich schwanger bin!“ Ist ja eigentlich lieb gemeint, aber irgendwie fühlt man sich noch aussetziger, wenn man auf Grund seines Schicksals gemieden wird.

Ich habe für mich selbst sehr sehr viel aus meiner eigenen Situation gelernt. Der beste Weg ist immer die Wahrheit und Ehrlichkeit. Wenn man nicht sicher ist, was dem anderen gut tut wieso fragt man nicht?
Man hätte mich fragen können: „Ist es dir lieber nichts von meiner Schwangerschaft mit zu bekommen? Verletzt es dich zu sehr?“ oder ganz einfach: „Ich bin unsicher, ob es dir lieber ist momentan nicht so viel von mir zu hören, weil es dich vielleicht zu sehr verletzt mit etwas konfrontiert zu werden, was du zur Zeit nich haben kannst.“ Dann hätte ich die Chance gehabt zu sagen ’stimmt, danke dir‘ oder ’nein, auf keinen Fall!‘.

Ich wünsche es mir natürlich für niemanden, aber wenn ich je eine Freundin im Bekanntenkreis haben sollte, welche das Selbe durchmacht wie ich, möchte ich es etwas „besser“ machen. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich mit meinem Video so vielen Frauen helfen konnte und etwas Verständnis vermitteln konnte. Du bist nicht alleine und wir schaffen das!

Irgendwann wird die Freude wieder eingezogen sein und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

xoxo, eure Solvejg

Photo by Aaron Burden on Unsplash

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