Rhesusunverträglichkeit

Schon mal etwas von einer Rhesusunverträglichkeit oder auch Rhesus-Inkompatibilität gehört? Nicht? Ja, ich wusste davon auch nichts, bis ich mein Baby verloren habe.

Als wir in Griechenland waren und ich in der Praxis meiner Gynäkologin anrief und von meiner Blutung erzählte, fragte mich die Dame am Telefon: „Welche Blutgruppe haben Sie?“ ich dachte: Wen zur Hölle interessiert JETZT meine Blutgruppe, das ist doch alles scheiss egal, ich habe mein Baby verloren.
So egal ist das aber dann eben doch nicht. Ich hatte keinen Blutgruppenausweis und ich wusste nicht ob ich 0 Rh-positiv oder 0 Rh-negativ war. Das ich Blutgruppe 0 (Null) bin wusste ich von einem Test damals in der Schule, aber den Rhesusfaktor kannte ich nicht.

Was ist eine Rhesusunverträglichkeit oder Rhesus-Inkompatibilität?

Hierbei reagiert das Abwehrsystem der Mutter während der Schwangerschaft auf bestimmte Blutgruppenmerkmale, sogenannte Rhesusfaktoren, des kindlichen Blutes. Rhesusfaktoren sind spezielle Eiweisse auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Im Körper der Mutter bilden sich spezielle Rhesus-Antikörper (Antikörper gegen eben diese Eiweisse)/Proteine auf den Blutkörperchen) und diese zerstören dabei die kindlichen roten Blutkörperchen. Wichtig zu wissen ist dabei, dass eine Rhesusunverträglichkeit erst bei einer zweiten Schwangerschaft auftritt, da sich die Antikörper in der ersten Schwangerschaft gebildet hatten.

Wichtig zu wissen: dies ist nur der Fall, wenn die Mutter Rhesus-negativ und der Vater Rhesus-positiv ist.

Wie kommt es denn überhaupt zu einem Blutkontakt?

Bei der Geburt des ersten Kindes kann es zu einem Blutkontakt zwischen Mutter und Kind kommen, wodurch sich eine Unverträglichkeit zwischen den verschiedenen Blutgruppen entwickelt oder auch bei einer Fehlgeburt kann sich dies bereits entwickeln.

Was kann dagegen getan werden?

Erst Mal ist es wichtig seine Blutgruppe mit dem Rhesusfaktor zu kennen. Wenn du jetzt schwanger bist und es noch nicht weisst, keine Panik, dies wird dein Arzt sicherlich noch prüfen. Wenn nicht frag doch einfach mal kurz nach 😉

Da man eine Sensibilisierung / Unverträglichkeit nicht mehr rückgängig machen kann, muss sie von vornherein verhindert werden. So erhalten alle Rhesus-negativen Mamis in der 28. – 30. Schwangerschaftswoche eine sogenannte Anti-D-Immunglobulin-Spritze. Diese bewirkt, dass der mütterliche Körper selbst keine Antikörper produziert und sich somit keine Rhesusunverträglichkeit entwickelt. Nach der Geburt eines Rhesus-positiven Babys erhält die Mutter innerhalb von 72 Stunden eine weitere Dosis Anti-D-Immunglobulin. Auch bei einer Fehlgeburt (auch schon in den ersten Schwangerschaftswochen) wird daher innerhalb dieser 72 Stunden eine Anti-D-Immunglobulin-Spritze empfohlen.

Genau darum war es so wichtig zu wissen welche Blutgruppe ich habe und darum wurde mir auch diese „unsensieble“ Frage direkt gestellt. Mein Mann hatte zum Glück einen Blutgruppenausweis und er hat die Blutgruppe 0 Rh-negativ, das heisst: wenn ich auch 0 Rh-negativ wäre, wäre das Baby soweiso ein Rh-negativ Baby und die Gefahr wäre nicht mehr vorhanden. (*Sind beide Eltern Rhesusnegativ (dd) ist auch das Kind in jedem Fall Rhesusnegativ, da es von beiden Eltern nur das d-Gen erben kann). Bin ich Rh-postiv besteht sowieso keine Gefahr. Also riskierten wir es und haben nichts unternommen. Ich wollte ganz ehrlich auch nicht zu einem Arzt auf Santorini gehen.
Als wir dann wieder zu Hause waren, musste ich sowieso zur Nachkontrolle, da geprüft werden musste, ob wirklich alles abgeganagen war und so haben wir dann direkt einen Blutgruppenausweis machen lassen. (Mehr zur genauen Geschichte findet ihr hier „Fehlgeburt“)

Wir hatten Glück, denn heute weiss ich:
ich bin 0 (Null) Rh-positiv, CcD.ee, Kell negativ

Wollt ihr genaueres über die Vererbung von Blutgruppen wissen, könnt ihr die Seite des Blutspendedienstes gerne mal anschauen. Dort findet ihr sehr spannende Informationen. Hier lang!

Ich hoffe ich konnte etwas Licht ins Dunkle bringen und wenn euch diese Frage gestellt wird, versteht ihr vielleicht wieso das so wichtig ist und regt euch nicht über diese „unsensieble“ Frage auf, so wie ich ;-).

Ich wünsche euch einen wunderbaren Tag.

xoxo, Solvejg ❤

Photo by Amy Humphries on Unsplash
*Quelle: https://www.blutspendedienst.com/blutspende/blut-blutgruppen/vererbung-der-blutgruppen, https://www.beobachter.ch/gesundheit/krankheit/rhesusunvertraglichkeit, https://www.beobachter.ch/gesundheit/krankheit/rhesusunvertraglichkeit

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